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Montag, 15. Januar 2018

Schule um 1900 in Hesses Unterm Rad

Mit seinem Werk "Unterm Rad" zeichnet Hesse nicht nur ein düsteres Bild von dem damaligen Bildungssystem, sondern arbeitet darin auch seine eigenen, leidvollen Erfahrungen mit dem Bildungssystem seiner Zeit auf. Dies erkennt man sehr deutlich, wenn man die Interpretation in Hinsicht auf biografische Elemente vornimmt. 

Die Zeit in der Unterm Rad spielt

Unterm Rad spielt in Deutschland zur Zeit des Kaiserreiches. Dieses Zeitalter war von einem Nationalbewusstsein und einem wachsenden Einfluss von Bismark gekennzeichnet, dessen Sozialpolitik und Bündnispolitik bis heute Spuren hinterlassen hat. Besonders Preußen nahm einen großen Teil der öffentlichen Wahrnehmung ein. Das Schulsystem der damaligen Zeit hatte darum auch die klassischen preußischen Tugenden zum Inhalt. Man setzte auf Leistung und Disziplin. Wilhelm der II. förderte sein Land immer weiter in die Spitze der Industrien und setzte auf die militärische Macht. Dies sollte auch in der Erziehung abgebildet werden. Militärische Strukturen zogen sich durch alle öffentlichen Bereiche, von den Beamten bis hin zum Schulsystem.  

Die Schule in Unterm Rad

Zur Zeit in der der Roman spielt wandelte sich die deutsche Schullandschaft. Zuvor hatten die Gymnasien mit ihrem humanistischen, altsprachig ausgerichteten Ideal die Dominanz auf dem Bildungssektor inne, doch nun vollzogen sich große gesellschaftliche Veränderungen. Die Industrialisierung und Militarisierung machten neue Erziehungsziele notwendig. Statt freiem Denken und selbstständigem Arbeiten waren nun Gehorsam und Disziplin die wichtigsten Tugenden. 

Während des gesamten Kaiserreichs gab es keine einheitliche Literaturdidaktik, nur drei Hauptströmungen konnte man ausmachen. Neben der christlich- konservativen Didaktik vom Beginn der Epoche an, trat die nationalhumanistische Didaktik auf den Plan. Hier sollte es um die Nationalbildung in literarischer Form gehen. Daran schloss sich als Gegenbewegung um 19 00 die antiintellektualistische Reformdidakik an, welche zum Ersten mal die konservativen Lehrmethoden in Frage stellt.  

Insgesamt war die Schule jedoch nicht davon geprägt freie Bürger heran zu ziehen. Sie hatte viel mehr die Aufgabe sozialistischen und kommunistischen Ideen entgegen zu wirken, die Gottesfurcht zu pflegen, eine Liebe zum Vaterland zu bilden und zu erhalten und darüber hinaus die Sicherung und Festigung der bestehenden Verhältnisse zu gewährleisten. 

Lehrer fordern
  • Ordnung
  • Disziplin
  • Fleiß
  • Selbstaufgabe ( keine Ferien etc)
  • Unterordnung
  • Einheitlichkeit
  • Strenge


Kritikpunkte an der Schule
  • Leistungsdruck der Schüler
  • Veraltete Lehrmethoden ( Auswendig lernen, stumpfes Übersetzen )
  • Der unterrichtete Stoff ist veraltet und inhaltsleer (Antike Schriften werden bis ins Kleinste behandelt )
  • Wert eines Menschen und dessen Anerkennung wird von der Leistung abhängig gemacht


Kritische Äußerungen über das Schulwesen aus Unterm Rad

Die Kritik an der Schule der damaligen Zeit vollzieht Hermann Hesse keinesfalls subtil. In seinem Text von Unterm Rad hat er eine Vielzahl an kritischen Textstellen eingebaut und lässt seine Kritik von vielen verschiedenen Personen darbringen. Neben dem Erzähler kommt auch Hans Giebenrath selbst zur Sprache, wenn es um die Kritik am Schulsystem geht. Hier folgt nun eine Liste der wichtigsten Zitate aus dem Text ( Quelle Wikipedia.de )
Wie ein Urwald gelichtet und gereinigt und gewaltsam eingeschränkt werden muß, so muß die Schule den natürlichen Menschen zerbrechen, besiegen und gewaltsam einschränken; ihre Aufgabe ist es, ihn nach obrigkeitlicherseits gebilligten Grundsätzen zu einem nützlichen Gliede der Gesellschaft zu machen und Eigenschaften in ihm zu wecken, deren völlige Ausbildung alsdann die sorgfältige Zucht der Kaserne krönend beendigt.“
– Zusammenfassung der Ansicht von Hans’ Rektor durch den Erzähler
Dem Seminar Maulbronn ist es ein Anliegen, dass „die jungen Leute den zerstreuenden Einflüssen der Städte und des Familienlebens entzogen [sind] und […] vor dem schädigenden Anblick des tätigen Lebens bewahrt“ bleiben.
– referierender Erzählerkommentar
„Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in der Klasse.“
– Erzählerkommentar
Heilner beklagt sich darüber, dass seine Mitschüler ‚nichts Höheres als das hebräische Alphabet‘ kennen, ihnen aber die Schönheit der Klosteranlage entgehe, weil sie auf sie nicht aufmerksam gemacht würden. Er (Heilner) ‚verstand die Schönheit der alten Säulen und Mauern‘.“
– erlebte Rede aus der Sicht Hans Giebenraths

Quellen
https://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/hesse/untermrad.htm
Steffen Kutzner (Autor), 2015, Hesses "Unterm Rad" als Kritik am Schulsystem 1892, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317287
https://de.wikipedia.org/wiki/Unterm_Rad
Tobias Herbst (Autor), 2005, Schule in der deutschen Literatur - Hermann Hesses 'Unterm Rad', München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/64415

Sonntag, 7. Januar 2018

Was ist ein Entwicklungsroman

Ein Entwicklungsroman bezeichnet das Reifen eines Helden des Romans auf der Ebene der seelischen Reifung oder der geistigen Reifung. Der Hauptcharakter des Romans durchläuft dabei verschiedenste Stufen und Entwicklungen und gelangt im positiven Falle zur Reifung, beziehungsweise erlebt im negativen Falle den Untergang seiner Person.

Der Name dieser Romanform wurde in 1920er Jahren von der Literaturwissenschaftlerin Melitta Gerhard eingeführt und fortan von der modernen Literaturwissenschaft verwendet. Die Voraussetzung für die Entstehung des Entwicklungsromans ist ein naturwissenschaftliches und aufgeklärtes Weltbild. 

Merkmale
  • Held entwickelt sich
  • Romangattung
  • Meist ist Held ein junger Mann
  • Innere und äußere Kämpfe
  • Typisch: Ich erzähler
  • Oft fiktiver autobiografischer Roman
  • Zeittypische Anschauungen



Epoche

Der Entwicklungsroman ist in verschiedenen Epochen zu finden und jede Epoche drückt ihren Vertretern einen entsprechenden Stempel auf. Der Entwicklungsroman tritt nicht in einer einzelnen Epoche auf, sondern wird von vielen Epochen verwendet.

Wichtige Entwicklungsromane

Im Mittelalter ist Parzival zu nennen ( von Eschenbach)
Im Humanismus Der jungen Knaben Spiegel"
In der Aufklärung fand man Agathon von Wieland vor. Dieser 1766 erschienene Roman, welcher den Lebensweg von Wielands Helden in der Spätantike thematisiert gilt als einer der ersten und wichtigsten Entwicklungsromane. Er ist auch stilistisch relevant, da er den Schelmenroman und die höfische Literatur verknüpft. Sein Held nimmt im Laufe der Zeit verschiedene Lebensentwürfe an, welche ihn in die unterschiedlichsten sozialen Umgebungen führen und mit tiefen philosophischen Überlegungen in Berührung bringen. 
in der Klassik Wilhelm Meister von Goehte
Im Realismus Der Grüne Heinrich von Keller 
und im 20. Jahrhundert ist auch das Glasperlenspiel von Hesse oder die Blechtrommel von Günther Grass zu nennen. Auch Siddharta von Hesse, Homo Faber von Max Frisch und Der Zauberberg von Thomas Mann sind Entwicklungsromane

Ein besonders interessanter Roman ist "Der Fänger im Roggen" von J.D.Sallinger. 


http://www.wissen.de/lexikon/entwicklungsroman
http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Entwicklungsroman

Samstag, 6. Januar 2018

Aufbau des Buches unterm Rad

Das Buch Unterm Rad von Herrmann Hesse wird in sieben Kapitel unterteilt. Diese haben in ihrem Sinn einen chronologischen Ablauf, das heißt, dass die Handlung des vorherigen Kapitels dem Kapitel welches man liest voran gehen. 

Lineare Erzählung

Die Erzählung verläuft linear, also gradlinig auf die Katastrophe zu, welche sich am Ende der Geschichte befindet. Am Anfang macht die ganze Geschichte  noch den Anschein einer echten Idylle. Doch im späteren Verlauf, in den letzten Kapiteln  findet die Katastrophe statt, welche im Tod des Hans Giebenrath endet. 

Kapitel

Das Buch Unterm Rad besteht aus sieben Kapiteln. Die ersten zwei Kapitel haben den gleichen Ort, sie spielen in der kleinen Heimatstadt von Hans Giebenrath wo er als eine Art Wunderkind die Hoffnung der gesamten Gemeinde darstellt. Diese Gemeinschaft wird vom Lehrer und vom Pfarrer als Bestandteile der Gesellschaft und als Repräsentaten dargestellt. Bereits hier zeigt sich, dass auf Hans ein großer Druck liegt, er soll sich auf das Examen vorbereiten und darf als einzige Person aus der Schule, sogar aus der Gemeinde dort hin gehen. Bereits hier ahnt man, dass diese Besonderheit auch ein großer Druck ist.

Im zweiten Abschnitt, welcher die Abschnitte drei und vier der Kapitel von Unterm Rad umfasst hat der Ort gewechselt. Hans befindet sich in der Klosterschule Maulbronn und wird dort im Alltag aufgenommen. Sein soziales Umfeld verändert sich von einem auf den anderen Tag, doch auch seine Rolle in der neuen Gemeinschaft ist anders als die in der Gemeinde. Er wird vom Liebling aller zu einer unter vielen und hat auch das Problem sich in die neue Gemeinschaft einzufinden.
Bereits in diesem Abschnitt erkennt man, dass die Leitmotive auf die Themen Tod und Konflikt hindeuten.

Der dritte Abschnitt umfasst wieder zwei Kapitel, das fünfte und das sechste Kapitel. Diese spielen in der Heimatstadt von Hans Giebenrath. Aus der scheinbaren Lösung, nämlich den Druck heraus zunehmen, entwickelt sich langsam eine Verschärfung des Konfliktes.

Der letzte Abschnitt ist, wie bereits erwähnt, das siebte Kapitel, denn dies spiegel die Katastrophe wider, als finales Ende der Geschichte. Giebenrath stirbt und mit dem Tod hat auch der Konflikt und das Problem ein Ende. 

Quelle

https://www.koenigs-erlaeuterungen.de/uploads/Heft-Aufbau/3.3_aufbau.pdf

Unterm Rad Kapitel 6 Inhalt und Interpretation

Kapitel 6 Der Herbst kommt und Hans streift noch immer täglich durch die Welt unlustig und müde. Hans gleitet von den erregten Angstzust...